Prunksitzung

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Der Jubel war groß, als Prinz Rainer und Prinzessin Martina am Samstagabend mit Gefolge und dem Spielmannszug zur Prunksitzung der Bevergerner Karnevalsgesellschaft (KGB) in das Festzelt zogen. Karnevalspräsident Manuel Pottmeier, der gut gelaunt durch den Abend führte, stellte das Prinzenpaar mit Gefolge vor. Das Narrenzepter zu schwingen, gelang Prinz Rainer ebenso wie dem Kinderprinzen Max, der samt Prinzessin, Herold und Heroldine sowie den Türkenmariechen ins Zelt gezogen war und alle zum Mitfeiern einlud. Das ließen sich die Gäste nicht zweimal sagen, die Stimmung war von Anfang an einfach super.

Die Aktivengarde des Tanzcorps Bevergern erntete mit ihrem Gardetanz viel Applaus. In der traditionellen Bütt war Andreas Hille, der wusste, dass immer noch Krise ist und die Leute deshalb nicht mehr so viel lachen. Begrüßt wurden auch besondere Gäste wie die Prinzen der KG Dickenberg und des CV Sprokkelaars aus Lemelerveld. Bei den tänzerischen Darbietungen von Solotanzmariechen Jeanna Wichtrup war die 2010_prunksitzung_202.JPGBegeisterung des Narrenvolkes schon nicht mehr zu bremsen, hier zeigte sich, dass der Karnevalstanz großes Können und sportliche Leistung erfordert. Gerold Mersch, inzwischen nicht mehr Junggeselle, konnte nunmehr von kuriosen Erlebnissen aus der Ehe berichten. Durch seine Klatschgeschichten mit lokalem Bezug, hatte er die Zuhörer bald in seinen Bann gezogen. „Bevergern pur“ bot sich im Laufe des Abends auch durch zwei neue Gruppen. Thekengeschichten wurden im Dialog erzählt. Beim plattdeutschen Refrain „Ik kann nix andoon, ik mot met de Mäse an de Theke staon“, sang das Publikum gerne mit. Aber auch die „Ritter des heiligen Karls“ waren echte Bevergerner. Bei dieser tänzerischen und schauspielerischen Darbietung zeigte sich, dass der Karneval in der Burgenstadt für jung und alt ist, denn das Durchschnittsalter dieser Truppe beträgt 65 Jahre.

Manuel Pottmeier bedankte sich und würdigte auch den Mut, den die Laienakteure aufgebracht hatten, um sich auf der Bühne zu präsentieren. Der Älteste, Julius Pelster, nahm für die Darbietung den Karnevalsorden entgegen. Höchstleistungen und richtig gute Laune verbreitete das Männerballett „Die Burgplatz-Elfen“, die in Bevergern schon lange einen Namen haben. In diesem Jahr überwogen bei der Prunksitzung zwar die Bevergerner Akteure, dennoch konnten auch die auswärtigen Darsteller überzeugen. „Krankenschwester Maria Herzinfarkt“ kam in ihrer schrillen Art besonders bei den Männern gut an. Sie sang und sprach frei 2010_prunksitzung_113.JPGnach dem Motto: Frauen sollten lieber schön als klug sein, da Männer sowieso besser sehen als denken können. Dem Bauchredner Merlin, der seine Puppe, den 92 jährigen, aber noch sehr fidelen Willi, mitgebracht hatte, konnte noch zu später Stunde, als das Narrenvolk schon recht ausgelassen war, die Zuhörer für sich gewinnen. Ein besonderes Kompliment galt der Band „Flame“, die während der Sitzung immer wieder tolle Showeinlagen bot und auch nach dem Programm zum Tanzen animierte. Auch „Las Bonitas“ vom Dickenberg konnten mit schwungvollen Evergreens überzeugen.
Als gegen 24 Uhr die Burggarde mit ihrem Showtanz einen stimmungsvollen Schlusspunkt setzte und ein Großteil der Gäste auf den Tischen tanzte, durfte die Karnevalsgemeinschaft zufrieden über die gelungene Prunksitzung sein, die schon weit im Voraus ausverkauft war. Damit scheint das Fortbestehen eines der karnevalistischen Höhepunkte in Bevergern besiegelt zu sein.

Zeitungsartikel der Ibbenbürener Volkszeitung vom 8. Februar 2010 (RITA ALTHELMIG)

Fotostrecke und Video der IVZ

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