Ein neues Denkmal für den Marktplatz in Bevergern

Karnevalsverein und Heimatverein wollen einen Galgen für den Karnevalsgeck errichten

Seit einigen Jahren wird am Veilchendienstag, der Tag nach Rosenmontag, der Karnevalsgeck auf dem Bevergerner Marktplatz von den Karnevalisten offiziell an einem Galgen aufgehängt und verbrannt. Damit endet in Bevergern die Karnevalssession. Der Geck ist eine von den Nachbarn des Prinzen hergestellte Strohpuppe. Dieser Akt soll an den historisch überlieferten Brauch erinnern, wo der „Fastabendjeck im Stüwwekolck ertränkt“ wurde. Bis 2010 diente als Galgen der Trecker von Bernd Vogel. Der Trecker soll nun durch einen Galgen aus Metall ersetzt werden. Das Metallgestell des Galgens kann jederzeit abgebaut und wieder aufgebaut werden.

Neben der Funktion für Karneval soll der Galgen an den Bevergerner Galgen vom Galgenkamp an der Grenze zu Rodde erinnern. Der letzte, der dort gehängt wurde, war der Zigeuner Vater Flem, wie es der Arzt Borggreve in seinem Brief 1844 beschrieben hat. Die Aktion zur Errichtung eines Galgens wird vom Karnevalsverein Bevergern (KGB), dem Heimatverein und dem Geschichtsarbeitskreis Bevergern unterstützt. Die Kosten belaufen sich auf gut 500 €, die durch Spenden aufgebracht werden sollen. Offiziell wird der Galgen noch in diesem Jahr am 11. November um 11.11 Uhr auf dem Marktplatz in Bevergern enthüllt.

Spenden bitte auf das Konto der Karnevalsgemeinschaft Bevergern e.V.

Kontonummer 61 103 032
BLZ 403 510 60
Kreissparkasse Steinfurt
oder
Kontonummer 1 301 132 300
BLZ 403 619 06
Volksbank Tecklenburger Land e.G.

Verwendungszweck “Spende Galgen”.

Eine Spendenquittung wird natürlich ausgestellt.

Zur Geschichte des Galgens in Bevergern
Für besonders schwere Vergehen wurde im Mittelalter die Todesstrafe verhängt. Neben dem Köpfen mit dem Fallbeil, dem Beil oder dem Schwert war das Erhängen die weitaus häufigere Todesstrafe. Für die Stadt Bevergern stand der Galgen am Galgenkamp, daher die Flurbezeichnung. Verbrieft ist der letzte Gehängte, der Zigeuner Vater Flem, im Brief des Arztes Borggreve von 1840. Wie dieser Galgen aussah ist nicht überliefert, sicher war er aus Holz gezimmert. Entweder bestand er aus zwei Balken, ein senkrechter, der oben einen waagerechten Balken trug. Eine Querverbindung war für die Versteifung da. Am Ende des waagerechten Balkens war das Seil zum Hängen angebracht. In dieser Form wird der neue Galgen auf dem Marktplatz sein. Eine andere Herstellung eines Galgens für mehrere Gehängte bestand aus zwei senkrechten und einem waagerechten Balken. Zwischen den senkrechten Balken konnten mehrere Personen aufgehängt werden. Dazu gibt es Abbildungen aus dem 30jährigen Krieg. In dieser Epoche könnte der Bevergerner Galgen so ausgesehen haben. Der letzte Galgen wird wohl wegen der geringen Nutzung aus nur einem senkrechten und einem waagerechten Balken bestanden haben.

Foto: von links: Vorsitzender des Heimatvereins Bernhard Hembrock, Sprecher Geschichtsarbeitskreis Klaus Offenberg und Vorsitzender der Karnevals Gemeinschaft Manuel Pottmeier am Originalstandort des Bevergerner Galgens

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